Samstag, 16. August 2014

Video-Interview, Artikel + Fotos: Schandmaul 2014

Wir dürfen Geschichten erzählen! […] Uns werden die Ideen nicht ausgehen!“

Am 02.08.2014, dem Wacken-Samstag, hatten wir unser letztes Interview – und zwar mit Thomas Lindner und Stefan Brunner von Schandmaul.
Letzterer war mir bereits durch einen vorangegangenen Mailkontakt bekannt. In diesem hatte er mich aufgefordert, mich zehn Tage vor dem Festival nochmal bei ihm zu melden, damit er mir die Kontaktdaten des Organisators geben kann. Das tat ich neun Tage vor Wacken und erhielt dieselbe Aufforderung, woraufhin ich ihn verwirrt über das aktuelle Datum aufklärte. Wäre er mir zu diesem Zeitpunkt nicht bereits sympathisch gewesen, hätte er so den verdienten Stein im Brett bekommen.
 
Bei dem Schandmaul-Interview war ich in gewisser Weise besonders aufgeregt, weil die Band zu den Künstlern gehört, mit denen ich meine ersten Erfahrungen im Mittelalter-Genre gemacht habe und mit deren Musik ich älter geworden bin. Die lockere und bodenständige Art der beiden Schandmäuler, sowie ihr sympathisches Auftreten hat das aber schnell gelegt.
v.l.n.r.: Thomas, ich, Michelle, Stefan/ Foto: Paul Korbatits
Zunächst mal musste aber das bereits bekannte Hindernis überwunden werden: das Finden eines geeigneten Drehortes. Die resolute Michelle hatte schnell das geeignete Sofa erspäht und sich erneut daran gemacht, zwei rumgammelnde Journalisten davon zu „verjagen“. Diese waren alles andere als erfreut, eher spürbar erzürnt, wurden aber von einem der beiden Männer darauf aufmerksam gemacht, dass es sich beim Pressezelt um einen Arbeitsbereich handeln würde. Die Steine im Brett mehrten sich.
Daraufhin konnte das Interview bei gefühlten 40 Grad auf dem schwarzen Ledersofa beginnen. Darin sprechen wir über über das Wacken, das aktuelle Album „Unendlich“ und einzelne Songs desselben, Toleranz, Literatur, fröhliche und traurige Schandmaul-Momente, sowie die Bandgeschichte und Schandmauls Pläne und Engagement im Bereich „Kinder“ (mehrdeutig). Zudem wird auch die Ursprungsband „Weto“ kurz angesprochen.
(Denjenigen, die das Interview ansehen, wird vielleicht auffallen, dass wir uns manchmal nicht wirklich gut verstehen. Das liegt am Lärmpegel um uns herum, der aber vom Aufnahmegerät größtenteils herausgefiltert wurde.)

Nach dem Interview um vier war noch sehr viel Zeit bis zu Schandmauls Auftritt um 1.45 Uhr auf der True Metal Stage. Nach unserem ersten freien Nachmittag saßen wir bei Avantasia in der kalten Nacht. Als uns klar wurde, dass die Leute für Kreator nicht abgezogen werden, sondern die Band auch auf der Bühne direkt neben der Headbanger Stage spielt, sind wir erstmal ins Pressezelt gegangen und haben dort versucht, uns für den Schandmaul-Auftritt wach zu halten. Am Ende rafften wir uns auf und konnten es nicht glauben, als auf die Abschiedsworte der Veranstalter endlich der ersehnte Schlussakt folgte.
Der war gewohnt mitreißend! Wer Schandmaul einmal live gesehen hat, weiß wo die Stärken der Band liegen. Frei nach dem Motto: „Wir sind ein Spielmannshaufen, beste Freunde auf der Welt!“ wird da gemeinsam performed
Begonnen hat der Auftritt mit einer düsteren Animation von einem Mönch in einem Kloster und die daraufhin richtig vermutete erste Nummer „In Deinem Namen“. Die Animationen waren die ganze Zeit über passend zum jeweiligen Song. So waren bei den Seemannsliedern beispielsweise Wellen oder ein Schiff zu sehen. So abwechslungsreich wie die Animationen war auch die Songauswahl der Band. Neben älteren Nummern wie „Auf Hoher See“ oder dem Debüt „Teufelsweib“ wurden vorwiegend Lieder vom neuen Album gespielt. Fröhliche und ernste, sowie das als nicht ernst zu nehmen proklamierte Trinklied „Der Teufel…“ wechselten einander ab. Für die russischen Passagen von letzterem wurde sogar Unterstützung von außerhalb ins Boot geholt, zwischendurch immer wieder von Thomas Lindner animiert. Am Ende wurde dann sogar mit „Dein Anblick“ eine Ballade gebracht, die die dunkle Nacht mit Feuerzeugen erleuchtete.
Aber Schandmaul wären nicht Schandmaul, wenn nicht eine Zugabe gekommen wäre. Und die bestand aus dem einen Song, den ich bereits vermisst hatte, da es keinen besseren Ort für eine Live-Performance als ein Festival gibt: „Bunt nicht Braun“. Hier konnten die sechs Musiker sich nochmal richtig ausleben bevor das Konzert mit der emotional-ruhigen Nummer „Auf euch“ endgültig beschlossen wurde.
 
Alles in allem haben Schandmaul ihre Rolle als „Rausschmeißer“ perfekt ausgefüllt und einen bemerkenswerten letzten Auftritt hingelegt. Ein gelungener Abschluss eines gelungenen Festivals!
 
Weitere Fotos vom Auftritt:



















 

 














 Das Interview:


Der Link zum Youtube-Video:
https://www.youtube.com/watch?v=TchDb3YssEU

Link zur Bandseite:
http://www.schandmaul.de/landingpage/







 
 

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